Effizient arbeiten mit der Sitzungs-Methode

30. Dezember 2016
Kategorien: Blog, Allgemein, Schreiben

Über das „richtige“ Arbeiten haben sich bereits Menschen ausgelassen, die wesentlich qualifizierter sind als ich. Ich will daher auch nicht so tun, als wäre mir eine weltbewegende Entdeckung gelungen. Aber wenn mir eine Methode auffällt, die (mit leichten Anpassungen) für verschiedenste Leute funktioniert, dann kann man darüber schon mal ein paar Worte verlieren. Außerdem gibt mir das Thema Gelegenheit ein paar Sachen zu pimpen oder zu erwähnen, die mir sowieso am Herzen liegen. Alles klar? Alles klar!

Auf die Mischung kommt es an

Die Situngs-Methode ist im Prinzip nur eine Vorgehensweise, seine Arbeitszeit zu strukturieren. Dafür wird jede Aufgabe solange in kleinere Teile zerlegt, bis jedes Teil in seiner Gesamtheit erfasst werden und am Stück vollendet werden kann. Der Zeitraum, in dem man diese Teilaufgabe fertig stellt, ist die namensgebende Sitzung.

Die korrekte Auswahl der Sitzungslänge ist ein Schlüssel zum Erfolg der Methode, denn die Idee ist Fortschritt greif- und messbar zu machen und Arbeit gleichzeitig in so kleine Happen zu zerteilen, dass man davon nicht erschöpft wird. Ebenso wichtig ist die darauffolgende Pause, die, je nachdem wie die vorangegangene Sitzung verlief, kürzer oder länger sein kann. Es ist aber wichtig diese Pausen auch tatsächlich zu nehmen, denn dadurch wird der zweite Eckpfeiler dieser Methode umgesetzt: die Abwechslung.

Unser Gehirn funktioniert bekanntermaßen nicht wie ein Computer, für den es fast keinen Unterschied macht, welche Art von Aufgabe er bearbeitet. Wir benutzen hingegen benutzen verschiedene Bereiche unseres Gehirns für die Lösung verschiedener Aufgaben, die auch nicht ermüdet werden, weil ein anderer Teil des Hirns zwischendurch aktiv war. Durch gelegentlichen Wechsel der Arbeit, die wir erledigen, geben wir anderen Bereichen unseres Gehirns die Möglichkeit sich zu erholen. Kehren wir später zu einer bereits angefangenen Aufgabe zurück, so sind wir wieder ausgeruht und können diese viel effizienter bearbeiten, als wenn wir uns daran versucht hätten sie am Stück zu lösen

Das richtige Maß

Die Länge einer Sitzung oder Pause muss nicht nur für jede Person, sondern sogar für jede Art von Aufgabe oder Pausenaktivität neu bestimmt werden. Zeit ist dabei nicht immer eine gute Messlatte, denn manchmal hängt unsere Leistungsfähigkeit nicht davon ab wie lange wir arbeiten, sondern wie viel. Meine Sitzungen sind zum Beispiel drei bis fünf E-Mails, 400 bis 700 Wörter oder 20 bis 30 Minuten lang, je nachdem ob ich E-Mails beantworte, an meinem Manuskript schreibe oder programmiere. Beim E-Mails oder Manuskript Schreiben ist es mir fast egal wie lange ich dafür brauche, während es ich beim Programmieren nach 30 Minuten einfach fertig bin, egal ob ich durchgehend auf die Tasten gehämmert habe, oder auf den Monitor gestarrt und über einen Programmfehler nachgedacht habe.

Das gleiche gilt für die Pausen, die vor allem „gut“ sein müssen. Gut heißt, dass unsere Pausenaktivität komplementär zu dem sein sollte was wir vorher getan haben und dass sie die richtige Länge haben muss. Eine Pausenaktivität kann durchaus produktiv sein, solange sie uns erlaubt uns von unserer Aufgabe zu erholen. Sitze ich viel am Computer, dann bringe ich in meiner Pause schon einmal den Müll runter oder hänge meine Wäsche auf. Die Länge der Pausen widerrum kann man in Zeit oder jedem anderen Maßstab bestimmen. Einige meiner typische Pausen haben eine Länge von „zwei Matches Hearthstone„, „ein langer Reddit-Thread“ oder „eine Folge Writing Excuses„. Hier das richtige Maß zu finden ist eine Sache der Erfahrung, die man nur selbst machen kann.

Manchmal mache ich mir auch nur einen Tee oder  einen Kakao und erstaunlich oft erledige ich kleine Dinge im Haushalt (oder ersatzweise im Büro, wenn ich im Büro arbeitete). Während das Wasser kocht kann man zum Beispiel eine Ladung Geschirr spülen. Beim Podcast hören geht es kurz mit dem Hund raus oder einkaufen. Das hilft gegen Stress, denn wenn die Hausarbeit in solchen kleinen Häppchen erledigt wird, dann hat man nach Feierabend tatsächlich frei. So kann man seine Zeit genießen und sich am Folgetag erholt auf die nächsten Aufgaben stürzen.

Was passt, das drückt nicht

Im Durchschnitt komme ich an einem normalen Arbeitstag, der bei mir sechs bis sieben Stunden lang ist, auf vier bis fünf Stunden die ich wirklich arbeite, und circa zwei Stunden, in denen ich teilweise schon Hausarbeit erledige. An guten Tagen kann ich auch acht oder zehn Stunden arbeiten und fühle mich nicht merklich erschöpfter, weil ich immer wieder Gelegenheit hatte zu regenerieren. Statt mich an einer Thematik zu verausgaben, arbeite ich an vielen verschiedenen Dingen und habe so am Ende des Tags genug Energie übrig um die Dinge zu tun, die mir Spaß machen.

Der einzige Haken an der Sache: Man braucht Disziplin. Disziplin acht bis zehnmal am Tag mit der Arbeit anzufangen, aber auch die Disziplin damit wieder aufzuhören, egal wie gut man gerade bei der Sache ist. Denn in einem solchen Lauf verausgabt man sich gerne und ist nach zwei oder drei Stunden glücklich, aber auch fix und fertig. Am nächsten Tag fehlt dann die Inspiration oder ganz profan „die Lust“, sich mit einer Aufgabe auseinander zu setzen und schon hängt man fest. Genau dieses Phänomen sollen die regelmäßigen Pausen verhindern. Wenn man wirklich in einer Aufgabe drin ist, macht man nach der Pause erfahrungsgemäß übrigens noch schneller weiter als davor 😉

Ich bedanke mich bei meiner Katze…

Kleiner Scherz, ich bin Hundemensch. Die Idee, diese Methode auszuprobieren, habe ich von Terry Mixon vom Dead Robot’s Society Podcast. Dieser meinte einmal scherzhaft, dass sein Vorsatz für das neue Jahr sei, 12 Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen. Irgendwann stellte er fest, dass drei Sitzung je 750 Wörter pro Tag genug sind, um dieses Ziel zu erreichen. Für jede dieser Sitzungen benötigte er etwa eine Stunde, sodass mehr als genug Zeit blieb, sich um Marketing, Überarbeitungen, Lektorat, Cover usw. zu kümmern. Diese Idee habe ich kurzerhand gekapert, ausprobiert, angepasst und für gut befunden. Wie den Podcast übrigens auch 😉

Mir ist außerdem bewusst, wie schwer diese Methodik sich mit einem klassischen Arbeitsverhältnis kombinieren lässt, wenn man Pech mit den Vorgesetzten hat. Das ist einer der Gründe, weswegen ich mich mit einer klassischen Erwerbstätigkeit so schwer tue. Ich kann sechs oder acht Stunden am Tag arbeiten, aber danach habe ich von meiner Freizeit nichts mehr. Mit regelmäßigen, produktiven und passenden Pausen halte ich hingegen locker zehn Stunden durch und das auch gerne sechs Tage pro Woche. Denn wenn ich nach einer Pause nicht mehr voll bei der Sache bin, dann mache ich einfach etwas anderes und komme dann wieder auf die bisherige Aufgabe zurück, wenn sie mir weniger stressig oder bedrohlich erscheint.


Wie seht ihr das? Was sind eure Tipps und Tricks, um mehr aus eurer (Arbeits)Zeit heraus zu holen? Welche kleinen Erkenntnisse helfen euch durch den Arbeitstag? Ich freue mich über eure Rückmeldungen!

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