(Autoren)Dasein – Stand Januar 2017

15. Januar 2017
Kategorien: Blog, Allgemein, Geschäftliches, Schreiben

2016 war ein aufregendes Jahr für mich. Persönlich stand es im Zeichen der fortschreitenden Genesung und der damit einhergehenden Frage, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen möchte. In 12 Jahren Schule, 7 Jahren Studium und 2 Jahren Krankheit gab es stets einen roten Faden, an dem ich mich orientieren konnte. Nach bald drei Jahrzehnten auf dieser Welt stand die Erkenntnis, dass ich vor allem wusste wofür ich mein Leben nicht verwenden wollte. Die Freiheit zu wählen erwies sich auch als Verpflichtung zu wählen, denn ohne Richtung gibt es kein Vorankommen.

Die Entscheidung, wie ich meine Karriere weiterführen wollte, war dann auch dadurch motiviert, was ich nicht tun wollte. Die Schriftstellerei war keine selbstverständliche Entscheidung. Ich schreibe bereits seit meiner Kindheit und entwerfe seit meiner Jugend Welten und erzähle Handlungen in diesen. Aber ich blieb stets nah an meinem Werk und konnte es noch in der Erzählung anpassen. Eine Geschichte zu erschaffen, die losgelöst von mir bestehen kann – bestehen muss! – ist eine Aufgabe von anderem Kaliber. Aber die Mischung aus kreativem Schaffen und der vergleichsweise guten Vereinbarkeit mit anderen (Teilzeit-)Tätigkeiten überzeugte mich es zumindest zu probieren. Nach 8 Monaten Probephase will ich mehr – etwas was ich von vorangegangenen Berufserfahrungen nicht behaupten kann.

Der Rückblick

2016 war ein Jahr der Findung.
Im Frühjahr habe ich meinen ersten schriftstellerischen Schritt getan und mit einer Freundin eine Lesung gehalten, die zu unserer Freude nicht nur von Freunden und Bekannten besucht war. Kurz darauf erfolgte der Beitritt bei den BartBroAuthors, jenem verrückt-genialen Autorenverbund, der mich bis heute mit Motivation und guter Gesellschaft versorgt.
Im Sommer kam das Angebot mich an einer (noch nicht öffentlich angekündigten) Anthologie zu beteiligen. Mein Beitrag ist bereits eingereicht und akzeptiert; ein kleiner aber wichtiger Erfolg und zudem gut fürs Ego.
Im Oktober folgte die Vereinsgründung der BartBroAuthors, wo ich seitdem in offizieller Kapazität tätig bin und mich um Bewerbungen und die Eingliederung der Neubärte kümmere.
Im Dezember dann die zweite und dritte Lesung, einmal alleine und gegen Honorar, einmal zu zweit und vor vielen neuen Gesichtern. Letztere fand auszugsweise sogar den Weg ins Lokalradio. Der Beitrag dürfte hier bald zum Download bereit stehen.
Seit dem Herbst probierte ich zudem verschiedene Arbeitsmethoden, um aus der begrenzten Kraft das meiste herauszuholen. Das Ergebnis dieser Suche könnt ihr in meinem vorangegangenen Beitrag zur Sitzungs-Methode lesen.

Der Ausblick

2017 unterscheidet sich vom vergangenen Jahr insofern, dass es messbare Ziele geben wird. 2016 wollte ich schreiben. 2017 weiß ich, wie viel ich schreiben will. 2016 wollte ich besser werden. 2017 will ich gut genug sein, um meine Arbeit verkaufen zu können. 2016 wollte ich herausfinden, was ich machen kann. 2017 will ich lernen, wie ich dabei erfolgreich bin.
In diesem Sinne ist dieser Eintrag Versprechen und Verpflichtung gleichermaßen, denn wenn ich meine Ziele öffentlich mache, muss ich mich an ihnen messen lassen. Verfehle ich sie, dann muss ich michfragen lassen, ob die Ziele zu hoch gesteckt waren, oder ob ich an mir selbst gescheitert bin. Erreiche ich sie, dann habe ich eine Messlatte gesetzt, die es in der Zukunft zu erreichen oder zu überbieten gilt.

Meine Ziele für die nächsten elfeinhalb Monate:

  • Ich will 2017 mindestens 146.000 Wörter schreiben. Dies entspricht genau der Menge die ich erreiche, wenn ich jeden Tag eine 400 Wörter schreibe, das Minimalziel einer Sitzung. Meistens komme ich auf mehr  und idealerweise schaffe ich auch mehr als eine Sitzung täglich, aber im ersten Jahr als semi-professioneller Schriftsteller staple ich lieber tief. Zum Vergleich: Ein üblicher Science-Fiction oder Fantasy Roman umfasst zwischen 90.000 und 120.000 Wörter.
  • Ich will 2017 die Erstfassung meines ersten Romans fertigstellen. Ich bin noch nicht 100%ig sicher welche Idee ich umsetzen möchte, aber ich weiß heute schon, dass es eine vergleichsweise einfache Handlung wird. Science-Fiction/Fantasy Bücher sind nie wirklich kurz, aber es wird zumindest kein Epos alá „Herr der Ringe“, „Das Lied von Eis und Feuer“ oder „Das Rad der Zeit“.
  • Ich will 2017 mindestens drei Lesungen halten, mindestens eine davon gegen Eintritt. „Wenn du gut in etwas bist, dann mach es nicht umsonst“, wusste schon der Joker aus „Batman: The Dark Knight“. Unser Coach (im Hauptberuf Schauspiellehrer) hat meine Qualität als Vorleser fast soweit geschliffen, wie dies wohl möglich ist, ohne sich der Sache professionell zu widmen. Eine Lesung zur allgemeinen Belustigung oder gegen Honorar zu halten habe ich nun hinter mir, aber Eintritt zu verlangen ist nochmal eine andere Stufe.
  • Ich will 2017 mindestens fünf Texte veröffentlichen. Und ich weiß auch schon welche dies sind:
    • Die humorvolle Kurzgeschichte Die Weihnachtsperson wurde bereits im Radio ausgestrahlt und muss nur noch mit einem Cover versehen und richtig formatiert werden. Da der Text für meine Lesungen geschrieben wurde, möchte ich ihn außerdem im Audioformat herausbringen, was allerdings noch ein wenig dauern kann.
    • Meine Fantasy Novelle Erwägungen eines Sterbenden geht in den kommenden Tagen ins Lektorat und soll bis zum Frühjahr fertig überarbeitet sein. Hier wird die Cover-Gestaltung etwas schwieriger, da der Text nach einem komplexeren Motiv verlangt als ich dies selbst leisten kann. Das ist auch immer eine Frage des Gelds.
    • Die Science-Fiction Novelle Augenblick der Ewigkeit übersetze und überarbeite ich gerade intensiv (eines der Relikte aus der Zeit, als ich mich daran versuchte auf Englisch zu schreiben), da sie im Laufe der Entstehung gewachsen ist und einige Plot-Points nachgefügt werden müssen. Erfahrungsgemäß brauche ich zwei große Überarbeitungen bevor es an den sprachlichen Feinschliff geht, weshalb ich nicht damit rechne vor dem Sommer fertig zu werden. Dazu trägt auch bei, dass dieses Projekt das mit Abstand längste der Fünf ist.
    • Ähnlich ergeht es der Science-Fiction Kurzgeschichte Lebenszeichen, die aufgrund des geringeren Umfangs aber ebenfalls im Sommer fertig werden sollte. Augenblick… und Lebenszeichen spielen im gleichen Universum, weshalb ich sie gerne zusammen veröffentlichen würde.
    • Dann gibt es da noch die Krimi/Fantasy Novelle Strandgut, deren Erstfassung ich vor kurzem abgeschlossen habe, sodass ich erst einmal Abstand gewinnen muss, bevor an eine Überarbeitung auch nur zu denken ist. Sie handelt im gleichen Universum wie Erwägungen…, unterscheidet sich stilistisch aber deutlich. Hier strebe ich eine Veröffentlichung im (Spät)Herbst an.
    • Zuletzt gibt es noch den erwähnten Anthologiebeitrag in Form einer Fantasy Kurzgeschichte aus dem gleichen Universum wie Erwägungen und Strandgut. Wann dieser erscheint hängt leider nicht von mir, sondern von meinen Kollaborateuren ab.

Anfang 2018 kann ich euch hoffentlich berichten wann und wie ich diese Projekte abgeschlossen habe und wie es bezüglich neuer Ideen und Projekte aussieht. Falls ich mein Wortziel erreiche steht zu erwarten, dass neben dem Roman noch ein paar kürzere Texte anfallen oder vielleicht sogar schon ein zweiter Roman angefangen wurde. Ob und wie dieser veröffentlicht wird, ob es zu einem Verlag geht oder ob ich alles selbst mache, steht noch in den Sternen. Das wäre doch ein gutes Projekt für 2018 🙂

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