Empfehlungen IV

5. Februar 2017
Kategorien: Blog, Reviews & Empfehlungen

Kurzgeschichtensammlung: Die Grüne Fee
Die Grüne Fee ist ein Produkt aus dem Steampunk-Universum „Eis & Dampf“ von Judith und Christian Vogt. Das Heft ist im Stil eines Wochenhefts aus dem späten 19. Jahrhundert gehalten und alleine wegen der Optik die Anschaffung wert. Fast jede Doppelseite ist hochwertig illustriert und es wurde sogar Werbung für real existierende Geschäfte und Dienstleister im Stil der Epoche gestaltet. Man kauft also definitiv nicht nur die Wörter, sondern auch die Stimmung der Welt, in der die Geschichten spielen. Schaut euch die Bilder und das Video auf der verlinkten Webseite an und überzeugt euch selbst!
Inhaltlich bietet das Heft einen bunten Mix abenteuerlicher Geschichten, die mal als Reisebericht, mal als Zeitungsartikel oder auch durch Tagebucheinträge erzählt werden. Daneben gibt es klassische Kurzgeschichten und sogar eine Geschichte-in-der-Geschichte, was etwas verwirrend aber auch sehr unterhaltsam ist. Die Prosa ist manchmal etwas dick aufgetragen, aber insgesamt sehr stimmig und hindert vor allem die Handlung nicht. Wer auf etwas pulpige Abenteuer steht macht hier nichts falsch.

Polit-„Satire“: Jonathan Pie
Jonathan Pie ist ein Satirist, der britischen Humor und die einzigartige Perspektive der Inselbewohner zu halb satirischen, halb ernst gemeinten Kommentaren vereint. Als Außenstehender gelingen ihm einige Beobachtungen zu Europa, die mir als „Mainlander“ so nicht offensichtlich waren und die brutale Ehrlichkeit bohrt manche Wunde auf, die ich lieber vergessen hätte. Zwischen wüsten und unterhaltsamen Tiraden gibt es immer wieder konstruktive Hinweise zum Umgang mit dem schwierigen politischen Umfeld unserer Zeit. Auch das Format der wöchentlich erscheinenden Videos reicht von faszinierend über unterhaltsam bis bizarr.
Pie arbeitete bis vor einiger Zeit mit RT (ehemals Russia Today) zusammen, laut eigener Aussage, weil er dort maximale künstlerische Freiheit hatte. Diese Zusammenarbeit ist seit Jahreswechsel aufgelöst, er arbeitet nun selbstständig. Inhaltlich hat sich seitdem nach meinem Dafürhalten nichts geändert.

Fernsehserie: Mr. Robot
Ich bin es Leid von dieser Serie hinters Licht geführt zu werden, aber ich will MEHR! Mr. Robot lässt sich schwer kategorisieren, da viele verschiedene Themen darin behandelt werden. Was als Hackerserie anfing (und diese Tätigkeit auch weiterhin realistisch darstellt!), wurde zu einem Sozialdrama, einer Dokumentation über eine Revolution von unten, einer Auseinandersetzung mit Drogen, psychischen Krankheiten, Kapitalismuskritik, Moralischen Dilemmen, einem Crime-Procedural (ja!) und einigem mehr. Alle Figuren haben ihre Berechtigung und selbst die Antagonisten sind vielleicht nicht sympathisch, aber nachvollziehbar.
Falls ihr Interesse an der Serie habt, lest nicht weiter, sondern schaut euch die ersten acht Folgen der ersten Staffel an, bevor ihr euch ein Urteil bildet. Danach werden die bereits behandelten Themen ausgebaut und einige neue Charaktere eingeführt, aber die wesentlichen Elemente sind vorhanden, sodass ihr euch ein Urteil bilden könnt.

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